Der Roßberger Kieszug

Ein Gigant der Superlative



Groß, mächtig, schwer und ellenlang: Mit diesen Worten kann man den Roßberger Kieszug treffend beschreiben. Mit einem Zuggewicht von 3800 Tonnen (beladen) und seinen rund 500 Metern Länge ist er deutschlandweit einer der schwersten und längsten dieselbespannten Planzüge. Sein Zweck ist schnell erklärt: Der bei Roßberg (Strecke Aulendorf-Kißlegg) geförderte Kies wird über Aulendorf und Friedrichshafen nach Kressbronn befördert, wo sich ein weiteres Kieswerk zur Verarbeitung befindet. Von dort aus werden Baustellen in der weiteren Umgebung mit dem Baumaterial versorgt. Die Entladung in Kressbronn findet nachts statt, da es sich bei dem Entladegleis um eine nur rund 50 Meter lange Ausweiche auf der freien Strecke handelt. Erst wenn der letzte Personenzug gefahren ist, kann der Kieszug zur Entladung gebracht werden. Die Kieszugsaison erstreckt sich aber nur auf die Zeit ohne starken Bodenfrost, was von Jahr zu Jahr stark variieren kann.



Nur im Hochsommer ist diese Aufnahme möglich: Am frühen Morgen erreicht die Leergarnitur aus Kressbronn den Bahnhof Roßberg.




Gegen Mittag macht sich der Zug schließlich auf den Weg zum Bodensee. Ein lautes Rauschen kündigt den Gigant an, ehe er bei Mochenwangen um die Kurve biegt. Ein beeindruckendes Schauspiel! Ein besonderes Schmankerl auf diesem Bild: Mit der 225 059 war im Mai 2006 eine der letzten orientroten Maschinen im Kieszugdienst eingeteilt.




Ein weiteres Bild von der Südbahn: Bei Oberzell musste der Kieszug kurzzeitig am Blocksignal warten, bis die vorausfahrende BOB den Abschnitt geräumt hatte. Das darauf folgende Anfahrspektakel war einfach umwerfend: Ganz langsam und mit auf Höchstleistung brüllenden Motoren zog der Koloss an den Fotografen vorbei.




Eine große Sensation erfreute die Fotografen im Herbst 2006: Die noch ozeanblau/beige lackierte 225 091 wurde überraschend nach Ulm stationiert. Ihr neues Einsatzgebiet: Der Roßberger Kieszug. Ab dem Spätsommer 2006 wurde der 38 Wagen umfassende Kieszugumlauf um eine weitere Garnitur (22 Wagen) verstärkt. Nun verkehrten pro Tag zwei Kieszüge auf der Relation Roßberg-Kressbronn. Hier rauscht 225 091 mit dem kurzen Zug durch Mochenwangen südwärts.




Am Wochenende und an Feiertagen erholen sich die Maschinen vom harten Kieszug-Alltag in Friedrichshafen. So auch am "Tag der Deutschen Einheit" des Jahres 2006.




Im herbstlichen Abendlicht geben die beiden 225 alles, um die 3800 Tonnen Anhängelast wieder auf Touren zu bringen. Eine Kreuzung im Bahnhof Bad Waldsee hatte dem Zug eine Zwangspause beschert




Motivklassiker: Die Einfahrt nach Roßberg von der Güterrampe aus gesehen. Dieses Mal führt 225 802 (die ehemalige 218 002) den Zug an.




Im Gegensatz zu seinem kleinen Bruder wird der lange Zug in zwei Abschnitten beladen. Auf diesem Bild kehrt gerade die zweite Hälfte von der Beladung zurück in den Bahnhof. Jetzt nur noch beide Zugteile wieder vereinen, Bremsprobe ausführen und schon kann die Fahrt zum Bodensee beginnen.




Jeden Tag das gleiche Spiel: Morgens der kurze, mittags der lange Zug. Doch wenn schon mal die 225 091 am Zug hängt, muss das auch umfassend dokumentiert werden.




Selten kommt es vor, dass außer den regulären Kiestransporten nach Kressbronn noch weitere Kunden zu beliefern sind. So geschehen im Oktober 2006, als Material für eine Baustelle im Raum Überlingen vom Roßberger Werk geliefert wurde. Sowohl die roten Kippwagen als auch die Baureihe 234 sind in Roßberg seltene Gäste. Für das nicht alltägliche Schauspiel hat sich der Nebel gerade rechtzeitig gelichtet.




Zurück zum Planzug: Kurz nach der Ankunft wird der vordere Zugteil vom Rest getrennt...




... und auf ein Nebengleis umgesetzt.




Gegen 18.30 Uhr sind beide Zugteile beladen. Das Rangiergeschäft beginnt von neuem.




Und zum Abschluss noch ein Bild von der freien Strecke: 225 802 und 225 091 haben mit der Leergarnitur nur noch wenige Kilometer vor sich, bis Roßberg erreicht ist.




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