Zwischen Oberschwaben und Allgäu

Aulendorf-Roßberg-Kißlegg



Eröffnung: (Saulgau-)Aulendorf-Waldsee: 25.07.1860
Waldsee-Kißlegg: 16.09.1870
Streckenlänge: 30 Kilometer
Bahnhöfe: Aulendorf, Bad Waldsee, Roßberg (Bbf), Alttann (Hp), Wolfegg (Hp), Kißlegg


Zwei unterschiedliche Landschaftsbilder verbindet die Strecke Aulendorf-Kißlegg: Oberschwaben und das Allgäu. In Aulendorf zweigt die eingleisige Strecke von der Südbahn ab und führt durch Wald und Wiesen ostwärts zur hübsch gelegenen Kurstadt Bad Waldsee. In südlicher Richtung folgt schließlich der Betriebsbahnhof Roßberg, wo die Strecke nach Bad Wurzach abzweigt. Nun geht es kräftig bergauf, vorbei am Haltepunkt Alttann, bis zum Scheitelpunkt oberhalb der "Höll" - ein enges romantisches Tal, in dem die Wolfegger Ach verläuft. Hier wechselt die Landschaft rasch ihr Gesicht: Getreidefelder weichen grünen Wiesen, die Alpen schimmern am Horizont, und Kuhglocken schellen landauf landab - das Allgäu ist erreicht. Mit Blick auf das schneebedeckte Gebirge erreicht der Zug schließlich Kißlegg, wo Anschlüsse nach Memmingen und Lindau bestehen.



Ab Anfang der 90er-Jahre setzte die Deutsche Bundesbahn Triebwagen der Baureihe 627.1 auf der Linie Aulendorf-Kißlegg-Hergatz ein. Bis zum Fahrplanwechsel 2004 blieben die hübschen Einteiler Stammfahrzeuge im württembergischen Allgäu und erfreuten die Fotografen im ozeanblau/beigen Farbkleid der 70er und 80er-Jahre. Auf diesem Bild hat 627 102 gerade den Bahnhof Roßberg in Richtung Aulendorf durchfahren.




Dem Engagement des Regionalverbands Bodensee-Oberschwaben und der Stadt Bad Wurzach ist es zu verdanken, dass die Nebenbahn nach Bad Wurzach nach MORA C erhalten blieb. Die Bayerische Cargo Bahn hat die Aufgaben von DB Cargo übernommen und liefert mehrmals pro Woche Soda und Quarzsand zur Glasproduktion an. Hier fährt der Zug bei Tannhausen der Abendsonne entgegen.




Kaum jemand ahnte zum Aufnahmezeitpunkt, dass dieses Bild bald die Regel sein würde: Eine Class66 der HGK bringt einen Ölzug zum Tanklager Altmannshofen. Die Strecke zwischen Ulm und Memmingen war Ende Oktober vier Tage lang gesperrt. An zwei Tagen wurden daher die Ölzüge über Aulendorf umgeleitet, hier aufgenommen am Wolfegger Einfahrvorsignal.




Wenig später folgte 232 096 mit TKC 65113. Auf maximal 30 km/h brachte es die russische Maschine bei Alttann, wo die Strecke recht steil ansteigt. Am Haken hatte sie eine stolze Last von 1600 Tonnen.




Da der erste Ölzug des Tages im Tanklager noch nicht entladen war, musste 232 096 in Wolfegg eine Pause einlegen. Planmäßige Zugkreuzungen fanden hier zum Aufnahmezeitpunkt nur noch an Wochenenden statt.




Zum Fahrplanwechsel im Dezember 2005 bestellte das Land wieder einige zusätzliche RegionalBahnen auf der württembergischen Allgäubahn. Eine davon ist RB 22885 von Aulendorf nach Memmingen, hier fotografiert bei Roßberg.




Mit dem Bau einer Tankstelle am Bahnhof Bad Waldsee wurde die Sicht auf die Ausfahrsignale Richtung Roßberg derart eingeschränkt, dass durchfahrende Güterzüge stets den Weg über Gleis zwei nehmen müssen. Für die Lokführer ein Ärgernis - die Fotografen dagegen haben ihre wahre Freude daran.




Kreuzung in Wolfegg: Eigentlich sollte hier im Sommer 2006 schon längst kein Fahrdienstleiter mehr Dienst tun. Doch rechtliche Änderungen haben eine Auflösung der Betriebsstelle verzögert. So konnte die DE 64 der HGK am 28.Juli noch mit ihrem Ölzug das Ausweichgleis nutzen, um mit der RegionalBahn aus Hergatz zu kreuzen.




"In wenigen Minuten erreichen wir Aulendorf. Dort haben Sie Anschluss zum InterRegioExpress nach Lindau, zur RegionalBahn nach Sigmaringen und zum InterRegioExpress nach Stuttgart" - Ansagen dieser Art hören die Reisenden meistens auf Höhe des Bahnübergangs bei Tannhausen, den 628 334 hier passiert. Zum Aufnahmezeitpunkt war es ein großes Glück, einen derart gländenden und nicht beschmierten Triebwagen vor die Linse zu bekommen.




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